Kleine Rassebeschreibung Peruaner & Alpaka

Viele Menschen verbinden mit dem allseits bekannten Meerschweinchen glatthaarige und gewirbelte kurzhaarige Tiere. Sie kennen diese zumeist aus Zoofachgeschäften. Wenige wissen jedoch, dass es viel mehr Rassen dieser possierlichen Nager gibt. In der Züchtersprache unterscheidet man zunächst grob zwischen Kurzhaarrassen und Langhaarrassen. Zu den Kurzhaarrassen gehören u.a. die bekannten Rosetten- und Glatthaarmeerschweinchen. Darüberhinaus gibt es aber auch in dieser Sparte noch viele andere verschiedene Rassen. Beispielsweise gehören Schopfhaarmeerschweinchen, Teddys, Rexe und Curlys dazu.
Zu den Langhaarrassen gehören u.a. Peruaner, Alpakas, Sheltis, Coronets, Texel, Merino aber auch Angora oder Mohair. Wir sind den Peruanern und Alpakas verfallen und möchten hier eine kleine Beschreibung dieser zotteligen, gurkensüchtigen Gesellen geben.

Peruaner ...
… sind langhaarige Meerschweinchen mit 2 Hüftrosetten (auch Wirbel genannt), langen Backenbärten und einem Gesichtspony. Durch die Hüftrosetten wird das Fellwachstum gesteuert. Die Haare wachsen nach vorn über die Beckenknochen und fallen an den Seiten herab. Von den Hüftrosetten wächst das Haarkleid außerdem nach unten und bildet eine sogenannte Schleppe. Die in Richtung Kopf wachsende Behaarung wird mit einem Teil der Schulter-, Nacken- und Stirnbehaarung zum Markenzeichen dieses Tieres, dem Pony. Peruaner sollten schöne große, runde Augen und eine große, hängende Ohrtracht besitzen. Das Fell sollte glänzend, dicht und weich sein.
… werden mit kurzem Haarkleid geboren und ab dem 3 Monat beginnt sichtbar das Fell zu wachsen. In ihrer Wachstumsphase (Meerschweinchen gelten ab 1 Jahr als ausgewachsen) machen Peruaner verschiedene Wachstums- und Fellschubphasen durch. Manchmal sehen sie dabei sehr lustig aus.
… sind in der Regel sehr große und kräftige Tiere. Sie erreichen als ausgewachsene Tiere - ohne fett zu sein - mühelos 1200 - 1500 g.
… sie sollten regelmäßig gekämmt und das Fellkleid auf Bodenlänge gekürzt werden. Für Meerschweinchenbesitzer, die nicht züchten ist es ratsam das Fell am Po so kurz wie möglich zu schneiden. Es sieht lustig aus und obendrein verschmutzt das Fell weniger. Wie bei uns Menschen auch wächst bei den Langhaarmeerschweinchen das Fell natürlich und ständig weiter. Auch wir müssen hin und wieder zum Friseur und genauso verhält es sich mit diesen 4-Beinern, nur mit dem Unterschied, dass die Besitzer ihnen die Haarpracht stutzen.
… gibt es in vielen verschiedenen Farben. Es gibt sie als einfarbige & mehrfarbige Tiere. Bei letzteren in verschiedenen Zeichnungen. Die bekanntesten Farben sind schwarz, rot, weiß und werden in Fachkreisen „Vollfarben" genannt. Alle drei Farben können kombiniert sein und bei einer klaren, versetzten Farbfeldabgrenzung spricht man von schildpatt mit weiß. Der Laie würde bei einem solchen Tier schwarz- bräunlich und weiß sagen. Darüberhinaus zeigen sich die Peruaner auch in Sonderfarben (slate blue, lilac…) und in Verdünnungsfarben (creme, schokolade, buff….). Alle Farbschläge aufzuzählen würde wahrscheinlich an dieser Stelle zu lange dauern. Die unrsprüngliche Zeichnung (Fellfärbung) des Meerschweinchens heißt Agouti. Vergleichbar mit dem Haar ist ein Mikadostab. Das Haar besitzt eine Grundfarbe, hat im oberen Drittel eine andersfarbige Bänderung und die Spitze zeigt wieder der Grundfarbe. Agoutis gibt es ebenfalls in verschiedensten Farbkombinationen (silberagouti, goldagouti, cremeagouti, orangeagouti…). Fehlt an der Haarspitze die Grundfarbe so sind es in der Fachsprache Argentes.
… sind keine Angora. Viele Menschen kennen eher den Begriff Angora als Peruaner. Peruaner sind weltweit in Rassestandards aufgenommen und werden danach gezüchtet. In Bezug auf die Fellstrukur sind diese Rassestandards übereinstimmend. Angora hingegen sind bisher kaum in Standards enthalten und gelten eher als Liebhabertiere. Sie ähneln den Peruanern, besitzen ebenfalls die Hüftrosetten, den Backenbart und den Pony, weisen jedoch noch mehr als 3 zusätzliche Rosetten (Wirbel) am Körper auf und wirken deshalb nicht ebenmäßig sondern eher struppelig.
… wirken im Vergleich zu ihren kurzhaarigen Rassekollegen oft edel, man könnte manchmal fast meinen erhaben oder majestetisch. Sie sind aber genau wie andere Rassen sehr neugierig, aufgeweckt und voller Energie. Das längere Fell behindert sie in keinster Weise beim klettern, springen und rennen. Sie sind aus unserer Sicht nicht mehr oder weniger eigensinnig wie andere Rassen auch. Ein wenig stammt das Verhalten auch von den Vorfahren ab. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Peruaner - vor allem Böcke - am Anfang etwas sehr ungestüm aber auch andererseits überängstlich wirken. Mit einem Alter von 9 Monaten relativiert sich dies aber wieder und sie werden recht ruhige Gesellen. Aber auch hier haben Besitzer wie Züchter alle sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht und es kann nicht verallgemeinert werden.
Alpaka ...
… ist ein Langhaarmeerschwein mit gelocktem Haarkleid, 2 Hüftrosetten und einem Gesichtspony. Kurz gesagt es ist ein Peruaner mit Locken. Alles, was oben zum Peruaner geschrieben wurde, trifft auf Alpakas ebenso zu. Alpaka stammen ursprünglich aus England und sind damals durch Kreuzungen von Texel- und Peruanermeerschweinchen gezüchtet wurden. (Texel sind Langhaarmerschweinchen ohne Pony & Hüftrosetten).
… sollten im Gegensatz zu den Peruanern jedoch nicht unbedingt gekämmt werden, denn die Lockenpracht würde sonst nicht mehr zu sehen sein. Vielmehr sollte man Einstreu und Späne durch abwedeln des Haarkleides oder durch heraussammeln entfernen.

Satin - Meerschweinchen
Oft wird auch gefragt, was „Satin" bei der Beschreibung von Meerschweinchenrassen/-farben bedeutet. Satin ist eine besondere Fellstruktur. Das Fell ist besonders fein, weich und fühlt sich in der Wachstumsphase auch flusig an. Das Haarkleid von Satinmeerschweinchen glänzt besonders intensiv und hat einen seidigen Schimmer, woduch die Farbgebung besonders im Kopfbereich intensiver wirkt als bei Normalhaarrassen. Das einzelne Satinhaar ist vom Durchmesser auch dünner als Normalhaar und es ist am Haarschaft ausgehöhlt, wodurch der Glanz entsteht.
Schlusswort
Noch ein Wort zu o.g. Beschreibungen auch Farbe und Zeichnungen. Alle o.g. Farben findet man natürlich auch bei kurzhaarigen Meerschweinchen. Dort erscheinen die Farben oft viel intensiver als bei ihren langhaarigen Artgenossen. Wir haben hier auch bewusst auf eine fachlich überaus korrekte Farb- und Zeichnungsbeschreibung verzichtet, da Züchter diese ohnehin aufgrund der Standards kennen. Gleiches gilt für Rassemerkmale. Alle o.g. Informationen sollen der Information von Meerscheinchenliebhabern dienen und erklären und nicht verwirren.